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Die KI-Angst in Unternehmen ist berechtigt – nur nicht aus dem Grund, den alle denken

Aktualisiert: vor 3 Tagen

Europa diskutiert über künstliche Intelligenz. Vielleicht sollten wir endlich wieder über den Menschen sprechen.


KI Technik oder menschliche Beziehung? Jetzt entscheiden.

In den vergangenen Wochen hat eine Studie europaweit für Aufmerksamkeit gesorgt: Europe 2031. Darin entwerfen führende Expertinnen und Experten ein bewusst zugespitzes Zukunftsszenario, das zeigen soll, welche Folgen es haben könnte, wenn Europa die Entwicklung künstlicher Intelligenz weiterhin unterschätzt.

Die Autoren beschreiben eine Zukunft, in der Europa technologisch immer stärker von den USA und China abhängig wird, wirtschaftliche Wertschöpfung verliert und sich immer mehr Unternehmen auf KI-Systeme verlassen müssen, die außerhalb Europas entwickelt werden. Gleichzeitig verändern sich Wissensarbeit, Geschäftsmodelle und ganze Branchen in einer Geschwindigkeit, auf die unsere Gesellschaft bislang kaum vorbereitet ist.

Die Studie versteht sich ausdrücklich nicht als Prognose. Niemand weiß heute mit Sicherheit, wie die Welt im Jahr 2031 aussehen wird. Vielmehr soll sie ein Weckruf sein – ein Denkanstoß, der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dazu einlädt, sich ernsthaft mit den Chancen und Risiken dieser Entwicklung auseinanderzusetzen.


Genau das passiert derzeit.

Allerdings beobachten wir in unseren Gesprächen mit Unternehmerinnen und Unternehmern, dass die Studie häufig nicht Neugier auslöst, sondern vor allem eines: Verunsicherung.


Darstellung Unterschied Europa im KI Wettrennen

KI: Zwischen Aufbruch und Schockstarre

In den vergangenen Monaten haben wir mit zahlreichen Geschäftsführungen mittelständischer Unternehmen über künstliche Intelligenz gesprochen. Dabei begegnen uns immer wieder dieselben Fragen – manchmal ausgesprochen, häufig aber auch unausgesprochen.


Wie viele Mitarbeitende werden wir in wenigen Jahren überhaupt noch benötigen? Lohnt es sich, heute noch in Menschen zu investieren, wenn morgen vielleicht eine KI große Teile der Wissensarbeit übernehmen kann? Werden wir als mittelständisches Unternehmen überhaupt noch wettbewerbsfähig bleiben oder sind wir den großen Technologiekonzernen ohnehin hoffnungslos unterlegen?


Hinter all diesen Fragen steht letztlich dieselbe Sorge: die Angst, den Anschluss zu verlieren.

Diese Unsicherheit führt momentan zu sehr unterschiedlichen Reaktionen. Einige Unternehmen beginnen bereits damit, Stellen abzubauen oder Neueinstellungen auszusetzen – nicht, weil dies heute betriebswirtschaftlich notwendig wäre, sondern weil sie befürchten, dass sie in wenigen Jahren ohnehin überflüssig sein könnten. Andere wiederum beobachten die Entwicklung aus sicherer Entfernung und hoffen, dass sich der derzeitige Hype irgendwann wieder beruhigen wird.

Beides halten wir für problematisch.

Denn weder Angst noch Abwarten waren jemals gute Voraussetzungen für nachhaltige unternehmerische Entscheidungen.


Wir sprechen über Technologie, obwohl wir eigentlich über Menschen sprechen müssten.

Was uns in nahezu jeder Diskussion auffällt, ist der Blickwinkel, mit dem über künstliche Intelligenz gesprochen wird. Die Gespräche drehen sich fast ausschließlich um neue Programme, bessere Prompts, Automatisierung, Effizienz und Produktivität. Natürlich sind all diese Themen wichtig, schließlich wird KI viele Prozesse in Unternehmen grundlegend verändern.


Dennoch haben wir den Eindruck, dass dabei die eigentliche Frage aus dem Blick gerät.

Denn bevor wir darüber nachdenken, welche Aufgaben künstliche Intelligenz künftig übernehmen kann, sollten wir vielleicht zuerst verstehen, welche Aufgaben überhaupt beim Menschen bleiben sollen.


Diese Frage wirkt auf den ersten Blick philosophisch. Tatsächlich wird sie jedoch zu einer der wichtigsten strategischen Fragen für Unternehmen der kommenden Jahre.


Vielleicht erleben wir gerade weniger eine technologische als vielmehr eine menschliche Revolution.

Seit Beginn der Industrialisierung definieren wir den Wert von Arbeit in erster Linie über Produktivität. Wer mehr leisten, schneller entscheiden, effizienter produzieren oder länger arbeiten konnte, galt als erfolgreicher. Unsere Organisationen, unsere Führungssysteme und häufig sogar unser Selbstbild orientieren sich bis heute an diesem Verständnis.

Doch was geschieht, wenn Maschinen einen immer größeren Teil genau dieser Tätigkeiten übernehmen können?


Vielleicht verlieren wir dadurch nicht unsere Bedeutung. Vielleicht verlieren wir lediglich Aufgaben, die uns nie wirklich menschlich gemacht haben.


Denn Empathie lässt sich nicht automatisieren. Verantwortung kann man nicht an eine Software delegieren. Vertrauen entsteht nicht durch Algorithmen, und eine Unternehmenskultur entwickelt sich nicht dadurch, dass ein Sprachmodell besonders gute Antworten formuliert.

Je intelligenter Maschinen werden, desto deutlicher wird möglicherweise, worin die eigentliche Stärke des Menschen liegt.


KI ersetzt keine Menschen. Sie legt offen, worauf Organisationen wirklich aufgebaut sind.

In der Organisationsentwicklung beobachten wir seit vielen Jahren, dass Unternehmen häufig nicht an fehlender Motivation oder mangelnder Kompetenz scheitern, sondern an unklaren Strukturen. Entscheidungen wandern nach oben, Verantwortung bleibt an wenigen Personen hängen und Führungskräfte werden Schritt für Schritt zu Flaschenhälsen, obwohl sie ursprünglich einmal angetreten sind, um genau das zu vermeiden.

Künstliche Intelligenz wird dieses Problem nicht lösen.

Im Gegenteil: Sie wird es sichtbarer machen.


Denn wenn Informationen künftig innerhalb weniger Sekunden verfügbar sind und Analysen nahezu automatisch erstellt werden können, stellt sich nicht mehr die Frage, wer die Informationen besitzt, sondern wer Verantwortung für Entscheidungen übernimmt. Unternehmen mit klaren Verantwortungsräumen werden dadurch enorm an Geschwindigkeit gewinnen. Unternehmen mit unklaren Rollen werden dagegen erleben, dass nun zwar Informationen schneller verfügbar sind, Entscheidungen aber trotzdem weiterhin auf den Schreibtischen der Geschäftsführung landen.

Technologie verstärkt immer das bestehende System. Sie heilt es nicht.

 

Und jetzt?

Die Einführung künstlicher Intelligenz beginnt aus unserer Sicht nicht mit einer neuen Software. Sie beginnt auch nicht mit einer Schulung. Und schon gar nicht mit der Frage, welches Tool gerade das leistungsfähigste ist.


Sie beginnt mit einem Gespräch. - Nicht zwischen Geschäftsführung und IT. Sondern zwischen Menschen. Zwischen Führungskräften und ihren Teams.


Denn bevor Prozesse automatisiert werden, lohnt es sich, gemeinsam zu verstehen, welche Arbeit überhaupt einen echten Wert schafft und welche lediglich deshalb existiert, weil wir sie seit Jahren genauso erledigen.


Gerade mittelständische Unternehmen verfügen über einen entscheidenden Vorteil gegenüber großen Konzernen: Sie kennen ihre Menschen. Entscheidungen müssen nicht durch mehrere Ebenen abgestimmt werden, Veränderungen können gemeinsam gestaltet werden und die Distanz zwischen Geschäftsführung und Mitarbeitenden ist häufig deutlich geringer. Genau darin liegt jetzt eine große Chance.


Anstatt künstliche Intelligenz über die Köpfe der Mitarbeitenden hinweg einzuführen, sollten Unternehmen die Menschen von Anfang an in diesen Veränderungsprozess einbeziehen. Nicht, weil jede Entscheidung demokratisch getroffen werden muss, sondern weil Ängste nur dort kleiner werden, wo Menschen verstehen, was passiert und warum.


Aus unserer Sicht lohnt es sich deshalb, gemeinsam Fragen zu stellen, bevor Antworten gesucht werden.


Zum Beispiel:

  • Welche Aufgaben kosten uns heute viel Zeit, schaffen aber wenig Mehrwert?

  • Welche Tätigkeiten würden wir ehrlich gesagt gerne an eine KI abgeben?

  • Welche Aufgaben dürfen niemals vollständig automatisiert werden?

  • Welche Fähigkeiten werden dadurch für uns als Menschen wichtiger?

  • Welche Verantwortung wird künftig sogar noch bedeutender?

  • Welche Entscheidungen liegen heute noch unnötig bei der Geschäftsführung?

  • Wenn KI uns jede Woche fünf Stunden Zeit schenken würde – wofür möchten wir diese Zeit eigentlich nutzen?


Vielleicht entstehen aus diesen Gesprächen nicht sofort perfekte Antworten. Aber sie schaffen etwas viel Wertvolleres: Ein gemeinsames Verständnis dafür, wohin sich das Unternehmen entwickeln möchte.


Warum wir diese Fragen häufig von außen stellen?


Unsere Erfahrung aus der Organisationsentwicklung zeigt, dass viele dieser Fragen innerhalb eines Unternehmens nur schwer ehrlich beantwortet werden können.

Nicht, weil Menschen nicht offen sprechen möchten sondern weil bestehende Rollen, Hierarchien und Erwartungen oft unbewusst beeinflussen, welche Antworten ausgesprochen werden und welche lieber unausgesprochen bleiben.


Als externe Begleitung bringen wir deshalb keine fertigen KI-Strategien mit.

Wir kommen auch nicht mit der Antwort auf die Frage, welches Tool Sie morgen einsetzen sollten.


Unsere Aufgabe besteht darin, den Raum für die richtigen Gespräche zu schaffen.

Für Gespräche, in denen sichtbar wird, welche Sorgen Menschen wirklich beschäftigen, welche Chancen bereits erkannt werden und welche Strukturen vielleicht schon lange nicht mehr zu der Zukunft passen, die sich gerade entwickelt.


Denn bevor ein Unternehmen entscheidet, welche KI es einführt, sollte es sich darüber verständigen, welche Organisation es künftig sein möchte.

Genau dort beginnt für uns Transformation.


Nicht bei der Technologie sondern beim Menschen.


Wenn Sie diese Fragen nicht allein diskutieren möchten, begleiten wir Sie gerne. In einem moderierten Zukunftsworkshop schaffen wir gemeinsam Orientierung, nehmen Ängste ernst, machen Chancen sichtbar und entwickeln mit Ihrem Team eine Haltung zu künstlicher Intelligenz, die zu Ihrem Unternehmen passt – bevor es um Tools, Prozesse oder Investitionen geht.


Denn die wichtigste Frage für Sie und Ihr Team ist: „Wie wollen wir als Menschen und als Organisation mit dieser Entwicklung umgehen?“


Erfahren Sie mehr dazu uns sprechen Sie mit uns:

Zukunftsdialog KI – Orientierung statt Angst

 
 
 

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